Heuer begeht der Burgenländische Blasmusikverband sein sechzigjähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums finden im Laufe des Jahres zahlreiche Konzerte und Tourneen statt. Kürzlich endete das traditionelle Sommerlager der Blasmusikkapellen, die Blasmusikakademie Junior. Zuvor reisten die jungen Musikerinnen und Musiker nach China. Am 23. August wird das große Jubiläumskonzert mit rund 800 Mitwirkenden auf der Seebühne in Mörbisch am See stattfinden.
Der Verband wurde am 3. April 1965 in Oberpullendorf gegründet. Als Mitglied des Österreichischen Blasmusikverbandes vereint er heute 90 Kapellen mit rund 4000 aktiven Musikerinnen und Musikern sowie mehr als 1000 jungen Musikschülerinnen und -schülern und bildet damit eine zentrale Säule des burgenländischen Blasmusiklebens. Seine Wurzeln reichen jedoch weiter zurück: Bereits 1934 entstand mit dem Burgenländischen Musikverein die Vorgängerorganisation. Anlässlich des Jubiläums werden das ganze Jahr über an mehreren Orten Konzerte veranstaltet, die nicht nur ein musikinteressiertes Publikum ansprechen, sondern auch die Blasmusiktradition stärken. Ein besonderer Höhepunkt 2025 war die Sommertournee des Jugendorchesters: Im Juli reiste es nach China und gab Konzerte in Peking und Qingdao.


















Márton Ilyés übernahm 2016 die Funktion des Jugendreferenten im Verband und gab diese Aufgabe kürzlich ab. Derzeit unterstützt er als stellvertretender Medienreferent die Arbeit des Verbandes, betreut die Social-Media-Kanäle und war maßgeblich an der chinesischen Kooperation beteiligt. Er fasste die bisherigen Sommerereignisse zusammen: „Die Wurzeln der China-Verbindung reichen bis in die frühen 2000er zurück. Ich habe damals gemeinsam mit Xiaochen Wang am Institut für Musik und Darstellende Kunst Graz, Standort Oberschützen, studiert. Unsere Freundschaft wurde 2018 neu belebt, als Xiaochen mich mit der Idee eines gemeinsamen künstlerischen Projekts ansprach. Die Leitung des Burgenländischen Blasmusikverbandes war für die Zusammenarbeit offen, so entstand ein enger fachlicher Kontakt mit den chinesischen Partnern. Seither zeigt sich die Kooperation in regelmäßigen Reisen und Erfahrungsaustausch. Den Anfang machten Gäste aus China: Im Sommer 2019 nahmen Musikerinnen und Musiker am traditionellen Junior-Kurs der Sommerakademie in Neutal teil. Sie konnten gemeinsam mit österreichischen Jugendlichen lernen, sich weiterentwickeln und musizieren.“
Im Juli reisten 41 junge Musikerinnen und Musiker aus Österreich im Alter zwischen 15 und 30 Jahren nach China – ein großer Erfolg. „Eigentlich waren wir die ersten, die als österreichisches Blasmusikensemble in dieser Form in China musizierten“, erklärte der stellvertretende Medienreferent. Neben den Konzerten sammelten sie viele kulturelle Eindrücke: Sie besuchten die Chinesische Mauer, die Verbotene Stadt, den Himmelstempel und ein von Deutschen um 1900 errichtetes Stadtviertel. Außerdem erhielten sie Einblicke in die Welt traditioneller chinesischer Musik und Instrumente. Sie probierten das Guzheng, ein chinesisches Zupfinstrument, und lernten auch Kung-Fu.
Die China-Tournee soll keine einmalige Sache bleiben: Nach den ersten Erfahrungen begannen bereits Gespräche über eine Fortsetzung. Die Idee ist, dass die Burgenländerinnen und Burgenländer auch künftig nach Asien zurückkehren können. Damit übernimmt der Burgenländische Blasmusikverband nicht nur lokal, sondern auch international eine Rolle in der fachlichen und kulturellen Entwicklung junger Musikerinnen und Musiker.












Nach der Rückkehr ging es für die jungen Talente sofort weiter mit dem jährlichen Sommerlager der Blasmusikkapellen, offiziell Blasmusikakademie Junior genannt. Heuer nahmen 92 Schülerinnen und Schüler teil. Die 9- bis 15-Jährigen probten in zwei Orchestern, die nach Alters- und Leistungsstufen gebildet wurden. Neben den Proben standen auch Sport- und Freizeitaktivitäten auf dem Programm – Basketball, Fußball und Schwimmen sorgten für Abwechslung. Geleitet wurde das Orchester von Laura Arzberger und Sandro Schlaffer. Einer der Höhepunkte war das Konzert am 8. August im Haydn-Saal des Schlosses Esterházy in Eisenstadt – ein besonderes Erlebnis für die Gruppe an diesem traditionsreichen Ort. Das Ziel war, den jungen Musikerinnen und Musikern zum 60-jährigen Jubiläum eine besonders inspirierende Erfahrung zu ermöglichen.
Der wohl bedeutendste Höhepunkt des Jubiläumsjahres findet am 23. August am Neusiedler See statt: Die Seebühne Mörbisch wird Schauplatz des großen Festabends, der unter dem Titel ‚Feuerwerk der Blasmusik‘ angekündigt ist. „Rund 800 Musikerinnen und Musiker werden auftreten, darunter Schülerinnen und Schüler der burgenländischen Musikschulen, regionale Erwachsenenkapellen sowie besondere Gäste. Im ersten Teil des Konzerts musizieren fast 400 junge Bläserinnen und Bläser – Holz- und Blechbläser sowie Schlagwerker –, die aus allen Bezirken des Burgenlandes von Jennersdorf bis zum Neusiedler See kommen. Das Programm ist thematisch aufgebaut: Im Mittelpunkt steht das Thema ‚Frieden‘, dessen sieben Buchstaben die Vielfalt der Mitwirkenden, die sieben Bezirke Burgenlands symbolisieren. Für den zweiten Teil ist eine Überraschung geplant“, informierte Márton Ilyés das Portal Rólunk.at über die Jubiläumsgala.
Titelbild, Video, Fotos: Márton Ilyés/BBV – Burgenländischer Blasmusikverband
Text: Mónika Gombás
Übersetzung: Pathy











