Eine der prägenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens von Felsőpulya ist Dominkovits Nikolaus, den alle nur Miki nennen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten nimmt er aktiv am Leben der Stadt und der burgenländischen Ungarn teil. Als Vizebürgermeister, als stellvertretender Vorsitzender des Mittelburgenländischen Ungarischen Kulturvereins, als ehemaliger Sportler und als Mensch der Gemeinschaft ist ihm die Vergangenheit wichtig.
Seine Generation wurde bereits im Burgenland geboren. Die Einheimischen betrieben Landwirtschaft, hielten Tiere und lebten vom Land. Die Sachzeugnisse der Vergangenheit – Lehmhäuser, Brunnen, landwirtschaftliche Geräte – erzählen auch heute noch von jener Zeit, als das Ungarische ein natürlicher Bestandteil des Alltags in Felsőpulya war. „Ich entstamme einer Kleinadelsfamilie; meine Vorfahren lebten nachweislich seit 1540 hier, in Pullendorf. Das Geburtshaus meiner Mutter ist das älteste Haus des Ortes.“


„Ich kam als ungarischer Muttersprachler zur Welt; bis ich in den Kindergarten und dann in die Schule kam, sprach ich nicht gut Deutsch, ich musste es lernen.“ Zweisprachigkeit ist für ihn ein alltäglicher Vorteil, ein Wert. „Schon in jungen Jahren habe ich erfahren, dass die Kenntnis der ungarischen Sprache im Burgenland unerlässlich ist – in der Grenzregion besonders wichtig. Die Präsenz der ungarischen Sprache in Oberpullendorf ist keine politische Frage, sondern kulturelles Erbe. Wichtig ist, dass die Jugendlichen beide Sprachen ganz selbstverständlich benutzen – in der Schule, im öffentlichen Leben und zu Hause.“ Heute, als Pensionist, beschäftigt er sich wieder bewusst mit seiner Muttersprache. „Leider habe ich sie in den letzten 10–15 Jahren etwas vernachlässigt; vielleicht macht sich jetzt bemerkbar, dass ich als Kind in der Schule nicht Ungarisch lesen und schreiben gelernt habe, denn wir hatten keinen Ungarischunterricht; so habe ich die Sprache nur über das Hören erworben. Heutzutage beschäftige ich mich jedoch mehr oder weniger intensiv damit, als Pensionist habe ich mehr Zeit dafür.“ Für ihn ist wichtig, dass die ungarische Sprache nicht nur Teil der Vergangenheit ist. „Ich bin stolz auf meine Herkunft, und auch darauf, dass ich die ungarische Sprache benutzen und weitergeben kann, obwohl in der Familie andere Sprachen dominieren. Meine Tochter spricht eher Spanisch und Latein, aber sie versteht Ungarisch.“










Die Welt des Setzerhandwerks ist heute bereits Geschichte, doch für Miklós Dominkovits bleibt sie eine prägende Lebensphase. „Nach vier Jahren Volksschule kam ich in die Mittelschule, wo ich als Setzerlehrling abschloss. Leider existiert dieser Beruf nicht mehr; Automatisierung, technologischer Fortschritt und Digitalisierung haben ihn abgeschafft.“ Als Leiter der Druckerei in Oberpullendorf verabschiedete er sich vom Beruf, als der Betrieb geschlossen wurde. Später arbeitete er als Pflegeleiter, bevor er in Pension ging. Er ist Mitglied mehrerer Vereine und Organisationen, auch politisch tätig; sein gemeinschaftsbildendes Engagement ist beispielhaft. Seit zweiundzwanzig Jahren ist er Vizebürgermeister von Oberpullendorf. Er begreift seine Aufgabe als Dienst: Ziel ist es, die Werte der lokalen Gemeinschaft zu bewahren und an die jüngere Generation weiterzugeben.
„Die Bindung an unsere Wurzeln ist nicht nur eine emotionale Frage: In Oberpullendorf ist jede Familie in irgendeiner Weise mit der Vergangenheit der Stadt verbunden; unsere Mission ist es, dieses Wissen zu bewahren.“






Sein gesellschaftliches Engagement erstreckt sich auch auf Kultur und Sport. Neben seiner Tätigkeit in der Stadtführung nimmt er aktiv am Vereinsleben teil. Er war Sportler, Präsident eines Kegelklubs, Leiter des Vereins der Naturfreunde und ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter des Landes Burgenland. Derzeit ist er stellvertretender Vorsitzender des Mittelburgenländischen Ungarischen Kulturvereins und ein prägendes Mitglied des Ungarischen Volksgruppenbeirats.
„Ein Stadtverantwortlicher muss dort sein, wo die Gemeinschaft ist – sei es bei einem Fest, einem Dorftag oder einem Schulprogramm.“
Fünfundzwanzig Jahre lang spielte er Fußball. „Mit sieben, acht Jahren begann ich zu kicken; wir stiegen bis in die zweite Mittelliga auf. In meinem Leben war es immer ein Vorteil, dass ich Ungarisch sprach – auch in der Welt des Fußballs war das nützlich. Es gab Zeiten, in denen talentierte ungarische Fußballer bei uns, diesseits der Grenze, spielten; da war es hilfreich und bequem, dass die Kommunikation funktionierte.“






Dieses fast Vierteljahrhundert bedeutete für ihn nicht nur regelmäßige Bewegung, sondern auch prägende Gemeinschaftserlebnisse und bestimmte seine Liebe zur Zweisprachigkeit, zur Teamarbeit und zum Sport. Heutzutage ist sein Hobby – das für ihn eher Leidenschaft ist – die Natur. Seiner Meinung nach ist Naturschutz keine modische Kampagne, sondern eine Lebensform. „Mir liegt die Natur sehr am Herzen. Wenn man sieht, wie sich die Landschaft verändert, versteht man besser, wie wichtig auch der Schutz der Werte der Vergangenheit ist.“ Im Alltag bedeutet der Garten Ruhe, Heimkehr. Die Pflege der Pflanzen ist nicht nur ein Hobby, sondern auch der Erhalt des seelischen Gleichgewichts. „Ich bewirtschafte einen Gemüsegarten; es vergeht kein Tag, an dem ich dort nicht etwas tun würde. Es gibt reichlich zu tun, aber ich liebe es – dort finde ich auch die Stille.“






Fotos: Nikolaus Dominkovits
Text: Mónika Gombás
Übersetzung: Pathy















