Zwei weitere, bedeutende Jubiläen prägen das Jahr in der Volkshochschule der Burgenländischen Ungarn, die im Vorjahr ihren 35. Geburtstag gefeiert hat: Die Őri Banda wird 25 Jahre alt, und das Sprachcamp in Siófok findet heuer zum 20. Mal statt. Neben diesen besonderen Daten arbeitet die Volkshochschule weiterhin auf stabiler fachlicher Grundlage: Als einziges ECL-Prüfungszentrum im Burgenland organisiert sie die Prüfungen, und ihre Programme erreichen jährlich rund 1.500 Interessierte.
Die Basis des diesjährigen Programms bildet weiterhin die bewährte, fachlich fundierte Struktur. Die Angebote des Vereins – Veranstaltungen, Vorträge, fachliche und Studienreisen, Arbeitskreise, Konzerte sowie Auftritte des Zither-Ensembles Őri Banda – ziehen jährlich rund 1.500 Interessierte an. Als akkreditierte Sprachprüfungsstelle bleibt die Organisation und Durchführung der Prüfungen auch heuer eine zentrale Aufgabe. An den Ungarischkursen nehmen jährlich etwa 120 Personen teil – altersunabhängig, vom Anfänger- bis zum Fortgeschrittenenniveau.

„Die Unterstützung des Fortbestands der burgenländisch-ungarischen Volksgruppe, die Pflege der ungarischen Sprache und Kultur sowie die Organisation von Volkshochschulprogrammen, die auf Zweisprachigkeit aufbauen, sind Jahr für Jahr unsere Aufgabe. Durch interkulturelle Veranstaltungen, Gemeinschaftsprojekte und Bildungsinitiativen tragen wir aktiv zur Bewahrung der Identität bei.
Unsere Tätigkeit lässt sich in zwei Bereiche gliedern: Der eine ist der Sprachunterricht, der andere die kulturelle Präsenz – hier spielen auch wissenschaftliche Forschung und Traditionspflege eine wichtige Rolle.
Unsere verschiedenen Vorträge, fachlichen und Studienausflüge, Arbeitskreise und Konzerte erreichen jährlich im Schnitt nahezu 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, informierte Attila Somogyi, der seit 1995 Vorsitzender des Vereins ist, die Leserinnen und Leser von Rólunk.at.
Besonders hervorzuheben ist die vereinseigene Formation Őri Banda, die heuer ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Österreichs am längsten bestehendes ungarisches Volksmusikensemble wurde 2001 in Oberwart (Felsőőr) gegründet. Seit fast einem Vierteljahrhundert bewahrt und pflegt es den Melodienschatz des Őrvidék (Wartgebiet): Mit Soldatenliedern, bekannten volkstümlichen ungarischen Liedern (nóták) und archaischen Volksliedern spricht die Gruppe ihr Publikum an. Entstanden ist sie aus den Kurs- und Veranstaltungsaktivitäten des Vereins und teilweise aus der Gemeinschaft der Sommercamps. In den vergangenen 25 Jahren wurde sie zu einer eigenständigen, erfolgreichen Formation; es erschienen CDs und auch ein Lehrbuch.




„Das Jubiläum werden wir im Herbst feiern – voraussichtlich im Haus der Volksgruppen, das im Sommer eröffnet werden soll. In Vorbereitung ist eine neue Publikation: eine Sammlung burgenländisch-ungarischer Volkslieder und Volksmusik. Die Forschung wurde unter der fachlichen Leitung der Universitätsprofessorin Ursula Hemetek durchgeführt; verantwortlich zeichnet Béla Rák, diplomierter ungarischer Gitarrist, der sein klassisches Gitarrenlehrer-Diplom an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest und an der Wiener Musikakademie erworben hat und derzeit an letzterer sein Doktoratsstudium absolviert. Die Feldforschung fand im Őrvidék sowie in Nord- und Mittelburgenland statt. Mehrere der auf den Aufnahmen dokumentierten Personen leben bereits nicht mehr – das erhöht den Wert des Materials zusätzlich. Geplant ist eine Veröffentlichung sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form; die Umsetzung hängt derzeit von Fördermitteln ab. Voraussichtlich wird die Zusammenstellung im Herbst oder Winter erscheinen“, sagte Attila Somogyi.
Ein Höhepunkt des Sommers ist das Sprachcamp, das im Jahr 2026 von 13. bis 19. Juli in Siófok am gewohnten Ort stattfindet. An dieser traditionspflegenden Sommerwoche nehmen üblicherweise rund 30 Jugendliche teil: Sie lernen Ungarisch und machen sich mit ungarischer Volksmusik vertraut. Heuer findet das Camp bereits zum 20. Mal statt – auch das Lager feiert damit ein Jubiläum.



Das Jugendforum des Vereins übernimmt weiterhin eine aktive Rolle in der Arbeit der Ungarischen Jugendkonferenz. In diesem größten Abstimmungsforum ungarischer Jugendorganisationen aus dem Karpatenbecken und der Diaspora wird das Burgenland seit nunmehr 25 Jahren von der Volkshochschule der Burgenländischen Ungarn vertreten. Die Organisation nimmt regelmäßig an fachlichen Abstimmungen und Konferenzen im Ausland teil; die Veranstaltungsreihe findet im Karpatenbecken nach einem Rotationsprinzip statt.
Ein wichtiges Ereignis des Jahres ist, dass der Verein in naher Zukunft im Haus der Volksgruppen ein neues Zuhause erhält. Der Umzug betrifft die gesamte Volkshochschuleund bedeutet einen erheblichen organisatorischen Aufwand.

Das detaillierte Programmheft ist auf der Website der Volkshochschule sowie auf der zentralen Plattform der burgenländischen Volkshochschulen verfügbar.
Fotos: Mónika Gombás, Attila Somogyi, Titelbild: Attila Somogyi
Übersetzung: Pathy






















