An jedem ersten Donnerstag im Monat füllt die Seniorengeneration das Vereinshaus des Mittelburgenländischen Ungarischen Kulturvereins in Oberpullendorf mit Leben: Die Mitglieder des Pensionistenklubs treffen sich zu einem ungezwungenen Nachmittag. Wir waren bei ihnen zu Gast.
Die Geschichte des Klubs begann vor fast zwei Jahrzehnten, die Pandemie unterbrach die Treffen für kurze Zeit, seit dem Neustart finden sie jedoch wieder regelmäßig statt. Unabhängig von der Muttersprache sind die Zusammenkünfte ein fixer Programmpunkt für ältere Menschen aus Oberpullendorf und Umgebung. Sie unterhalten sich, spielen Karten und erzählen einander, was in der vergangenen Zeit geschehen ist. Oft werden die gemeinsamen Stunden auch durch Gesang und Tanz bereichert. Es spielt keine Rolle, wer welche Muttersprache hat – sobald ein ungarisches Kartenspiel auf den Tisch kommt, sprechen die Karten für sich. „Ich freue mich sehr, dass die Klubnachmittage so beliebt sind. Regelmäßig versammelt sich eine Gruppe von zwanzig bis dreißig Personen in unserem Vereinshaus. Für die ältere Generation sind diese Gelegenheiten wichtig, weil sie dabei Zeit mit Gleichaltrigen verbringt. Die Runde ist bunt gemischt: Nicht nur Menschen mit ungarischen Wurzeln kommen zu uns, auch deutsch- und kroatischsprachige Interessierte schließen sich gerne an. So ist dieses Gemeinschaftsprogramm zugleich ein sprachlicher und kultureller Begegnungsort“, sagte Elizabeth Hausmann-Farkas, Obfrau des Mittelburgenländischen Ungarischen Kulturvereins.

Die regelmäßige Organisation der Klubnachmittage liegt in den Händen einiger engagierter Mitglieder: Hilde Mouradkhanian, Susi Moritz, Heidi Plank, Eva Plank und Gerti Gazilj kümmern sich um alles. Die Organisatorinnen sorgen für ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken. Zu den ansprechend angerichteten süßen und salzigen Mehlspeisen passen Kaffee, Tee und alkoholfreie Getränke; wer Hunger hat, kann sich an verschiedenen belegten Brötchen sowie an Gebäck zu Bier und Wein wie Stangerln oder Pogatschen bedienen. „Im Jahr gibt es meist zwei Gelegenheiten, bei denen ein musikalisches Programm die Zusammenkunft bereichert. Zur Faschingszeit erklingt immer ungarische Musik, und auch zu Weihnachten sind dank des Roma-Musikers Béla Horváth und seiner Begleiter bekannte ungarische Lieder zu hören, die wir gemeinsam singen. Vielleicht sogar jene, die gar kein Ungarisch sprechen“, erzählte Heidi Plank. Béla Horváth und seine Musikgruppe sind seit fast zwölf Jahren gern gesehene wiederkehrende Gäste im Burgenland. Auch in Oberpullendorf treten sie häufig auf; beim traditionellen Háromtánc rund um den Ferenc-Tag-Kirtag dürfen sie ebenfalls nicht fehlen. Der Leiter des Ensembles spielte zwanzig Jahre lang in Wien und ist überzeugt, dass das ungarische Volkslied-Erbe auch in Österreich gepflegt und bewahrt werden muss – besonders in ungarisch geprägten Ortschaften. Häufig schauen auch die Stadtführung und der Vereinsvorstand beim Klubdonnerstag vorbei und tragen oft zur gemeinsamen Bewirtung bei: Johann Heisz, Bürgermeister von Oberpullendorf, überraschte die Runde einmal sogar mit einem ganzen gebratenen Spanferkel.

Klára Krayler bezeichnet sich selbst als „Pullendorfer Ungarin“. Sie wurde in Oberpullendorf als Kind ungarischer Vorfahren geboren, tanzte früher bei den Csárdáslányok und sang im Chor des Vereins. „Ich liebe meine Muttersprache, ich bin Ungarin. Hier kann ich die Sprache üben, hier findet sich immer jemand für ein Gespräch auf Ungarisch.“ Auch in den anderen Programmen des Vereins übernehmen die Klubmitglieder eine aktive Rolle. Im vergangenen Jahr wurde des 50. Jubiläums der Stadterhebung Oberpullendorfs sowie des 800. Jahrestags der ersten urkundlichen Erwähnung der Region – Oberpullendorf, Unterpullendorf und Mittelpullendorf – gedacht. Auch 2026 ist ein Jubiläumsjahr: Im Oktober jährt sich die Revolution und der Freiheitskampf von 1956 zum siebzigsten Mal. Am 6. März halfen die Klubmitglieder bereits bei der Vorbereitung des Eröffnungsabends der Veranstaltungsreihe mit: Ernő Deák las aus seinem Buch und teilte mit dem Publikum auch persönliche Anekdoten über die Ereignisse in Ungarn 1956.
Erfolgreiches kognitives Altern wird durch geistige Spiele, den Gebrauch von Fremdsprachen und die Pflege sozialer Kontakte unterstützt. In Oberpullendorf verwirklicht sich all das Monat für Monat bei den Nachmittagen des Pensionistenklubs.
Text, Fotos: Mónika Gombás
Übersetzung: Pathy





















