Unter dem Titel „Wunderschöner Mai!“ lud der Mittelburgenländische Ungarische Kulturverein (KBMKE) am 22. Mai zu seinem monatlichen Kinderprogramm ein. Der KBMKE plante im Jänner eine ganzjährige Programmreihe für Kindergarten- und Schulkinder, die jeden Monat an thematischen Angeboten teilnehmen können. Diesmal bastelten die Kinder bunte Wunschbänder, mit denen sie den vor dem Vereinshaus aufgestellten Maibaum schmückten. Sie tanzten, sangen und besuchten auch eine Töpferwerkstatt.
Der Mittelburgenländische Ungarische Kulturverein organisiert jeden Monat Angebote, die an den jeweiligen Festkreis der Jahreszeit anknüpfen. Das Repertoire ist vielfältig: Es gab bereits Faschingsfeiern, Vorbereitungen auf Ostern und kreatives Basteln zum Muttertag. Diesmal wurde ein Maibaum geschmückt und aufgestellt. Bei den thematischen Veranstaltungen können sich die Teilnehmenden zweisprachig – auf Ungarisch und Deutsch – mit dem jeweiligen Thema vertraut machen. Für sie bedeutet das Treffen, das gemeinsame Spiel und das kreative Gestalten ein bleibendes Gemeinschaftserlebnis.

Üblicherweise bietet das Vereinshaus Monat für Monat den Rahmen für das abwechslungsreiche Kinderprogramm. Nach dem Schmücken des Maibaums ging der Nachmittag diesmal jedoch an einem anderen Ort weiter: Die Kinder spazierten in eine nahegelegene Töpferwerkstatt, wo sie unter fachkundiger Anleitung von Sabine Kerstinger das wichtigste Material eines alten volkstümlichen Handwerks kennenlernten: den Ton. Gefäße, Schalen und Figuren entstanden unter den fleißigen Händen. Nach dem kreativen Arbeiten spielten und sangen die Kinder im Vereinsraum, anschließend stellten sie den mit bunten Wunschbändern geschmückten Maibaum vor dem Vereinshaus auf und tanzten zu ungarischen Melodien um ihn herum.




Alexandra Tompa ist zweisprachig aufgewachsen und kam im Alter von zehn Jahren nach Österreich. Seither lebt und arbeitet sie hier. Als Kinderanimateurin unterstützt und koordiniert sie die Kinderveranstaltungen des Kulturvereins, außerdem ist sie Mitglied der Volkstanzgruppe Csalafinta. „Auf die Papierbänder kamen gute Wünsche, die mit Gesundheit, Freundschaft, einer positiven Lebenseinstellung und Glück verbunden sind. Die Kinder haben die Zettel ausgemalt und gestaltet. Nach dem Laminieren flochten wir gemeinsam bunte sowie rot-weiß-grüne Bänder in den ungarischen Nationalfarben daran, fädelten sie auf und stellten den so geschmückten Maibaum vor dem Vereinshaus auf.“
Auch Gertrude Gazilj-Toth ist Volkstänzerin bei Csalafinta. Als Vorstandsmitglied des Mittelburgenländischen Ungarischen Kulturvereins wirkt sie gemeinsam mit Ildikó Artner und Alexandra Tompa an der Organisation und Durchführung der Veranstaltungsreihe für Kinder mit. Wenn nötig, wird geschnitten, geklebt, gemalt und gezeichnet, Tee gekocht und Brote geschmiert – und auf jede kindliche Bitte und jede Frage haben sie eine Antwort oder eine Lösung.

Renáta Kanyicska stammt aus dem Felvidék, dem ungarisch geprägten Gebiet der heutigen Südslowakei, und lebt seit acht Jahren in Österreich; ihre kleine Tochter wurde bereits hier geboren. Vor knapp drei Jahren zog die Familie in die Umgebung von Oberpullendorf. Vom Verein hörte sie zum ersten Mal bei der Jubiläumsgala zum 20-jährigen Bestehen, seither verfolgt sie dessen Tätigkeit auf der Facebook-Seite des Vereins. Mit der fünfjährigen Vivien nimmt sie heuer an den Kinderprogrammen teil: Gemeinsam bereiteten sie sich hier auf den Fasching vor und bemalten vor dem Frühlingsfest Eier. „Es ist eine Freude, dass ich bei diesen Treffen ungarische Mütter kennenlernen, Kontakte knüpfen und mich austauschen kann, während Vivien Freundschaften mit ungarischsprachigen Gleichaltrigen schließen kann. Es ist wichtig, die Muttersprache zu bewahren, und dieses Umfeld ist dafür hervorragend geeignet. Zu Hause sprechen wir Ungarisch, im Kindergarten ist Deutsch die Hauptsprache, später möchte ich meine Tochter in eine zweisprachige Schule einschreiben.“
Rozália Horváth übersiedelte vor drei Jahren mit ihrer Familie nach Österreich – mit dem konkreten Ziel, dass ihre sechsjährigen Zwillingstöchter die deutsche Sprache erlernen. Den Zeitpunkt wählte die Familie bewusst: Sie zog nach Österreich, als die Mädchen ins Bildungssystem kamen. Die Mädchen gewöhnten sich schnell ein und sprechen heute zwei Sprachen: zu Hause Ungarisch, in der Schule Deutsch. Außerdem besuchen sie zusätzlich Ungarischstunden. „Als Erstes entschieden wir uns für das Muttertagsprogramm, und es hat allen gefallen. Wir haben eine Schachtel und einen Blumentopf gebastelt. Wir freuen uns schon auf die nächste Gelegenheit und kommen im Juni ganz sicher wieder.“

Bei jedem Treffen steht die Pflege und Vermittlung ungarischer Volksbräuche im Mittelpunkt: Volksmusik und Volkstanz sowie traditionelle Volksspiele sind stets Teil des Nachmittags. Beliebte Elemente sind etwa die Lieder „Bújj, bújj zöld ág“ und „Tavaszi szél“ oder der Csárdás. „Am letzten Nachmittag vor den Sommerferien – am 19. Juni – können die Kinder eine spielerische Aufgabenreihe im Freien mit mehreren Stationen absolvieren. Sie erhalten ein kleines Heft, in dem sie Stempel sammeln können, um ihre Teilnahme an den einzelnen Stationen zu bestätigen. Wir möchten das Programm auf einer Wiese abhalten, daher hängt die Durchführung zum Teil auch vom Wetter ab“, sagte Ildikó Artner. In der letzten Augustwoche sind die Kinder zu einem Sommerlager eingeladen. Unter der Leitung von Alexandra Tompa warten zahlreiche spannende Angebote auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Fotos: Mónika Gombás
Text: Mónika Gombás
Übersetzung: Pathy






