Zwei weitere junge Menschen haben sich der Gruppe der ungarischen Gemeinschaft in Innsbruck angeschlossen, die den Hungarologiekurs erfolgreich abgeschlossen hat. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen wöchentlich an der Ausbildung teil, die in der Regel an das Programm des Ungarischen Jugend- und Kulturvereins Innsbruck oder an die Aktivitäten der örtlichen Pfadfindergruppe angebunden war. Der Lehrstoff wurde nicht in Form von Frontalunterricht vermittelt, sondern durch erlebnisorientierte, spielerische Einheiten, die zum gemeinsamen Nachdenken anregten.
Ziel der Ausbildung ist es, die Identität junger Menschen in der Diaspora zu stärken und ihnen die ungarische Kultur, Geschichte und Traditionen näherzubringen – mit methodischen Werkzeugen, die sich weltweit bereits bewährt haben, im Bereich der Gemeinschaftserziehung jedoch noch wenig bekannt sind. „Es ist sehr wichtig, dass diese Kinder nicht nur die ungarische Sprache beherrschen, sondern auch ein Gefühl dafür entwickeln, was es bedeutet, ungarisch zu sein – selbst, wenn sie in Österreich leben, sagte Angyalka Schenk, Vorsitzende des Ungarischen Jugend- und Kulturvereins Innsbruck. Sie fügte hinzu: Der Kurs zielt nicht nur auf die Vermittlung von lexikalischem Wissen ab, sondern bietet den Teilnehmenden auch Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung.

„Es handelt sich um eine komplexe Methodik, die spielerisch und erlebnisorientiert lehrt – genau so, wie es die Pfadfinderbewegung weltweit tut. Man muss das Rad nicht neu erfinden, sondern nur erkennen, welche Werte uns bereits zur Verfügung stehen. Die Pfadfinder bieten davon sehr viele, und wir bemühen uns, diese in unsere Arbeit zu integrieren“, fügte Angyalka hinzu. Die gemeinsame inhaltliche Erarbeitung wurde durch ein eigens entwickeltes Arbeitsheft unterstützt, das sowohl für den Einsatz zu Hause als auch in der Gruppe geeignet ist. Die thematischen Schwerpunkte vermitteln Grundlagen der ungarischen Geschichte, Kultur und Volkstraditionen – und schaffen zugleich Möglichkeiten, wie sich die Jugendlichen über persönliche Erlebnisse mit ihrem Ungarischsein auseinandersetzen können. In diesem Jahr haben Gergő Illyés und Máté Aponyi die Anforderungen des Ungarnkunde-Kurses erfolgreich erfüllt.

„Sie haben ganz großartig gearbeitet, beide waren durchgehend engagiert“ – sagte Angyalka Schenk, die die Vorbereitung auch persönlich begleitete. Im Mittelpunkt des Kurses standen Themen wie die Gründung des ungarischen Staats, bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte, Volksbräuche, ungarische Feiertage und das traditionelle Symbolsystem. An der Durchführung des Kurses beteiligte sich auch der Österreichische Distrikt des Ungarischen Pfadfinderverbands im Ausland (KMCSSZ). Die Organisation erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Jugendverein. Im Hintergrund steht ein komplexes, aber sehr menschennahes Bildungskonzept – das Pfadfindertum –, das seit über hundert Jahren weltweit junge Menschen prägt.

Die Grundprinzipien und Methoden der Bewegung sowie die Schriften und Lehren von Lord Baden-Powell sind bis heute eine Quelle der Inspiration: spielerisches Lernen, Selbstständigkeit, Gemeinschaftssinn und erfahrungsbasierte Entwicklung. Die Organisatorinnen und Organisatoren sind überzeugt, dass sich die Jugendlichen bald aktiv in das Leben der örtlichen Gemeinschaft einbringen werden – sei es in der Pfadfinderarbeit, bei der Veranstaltungsorganisation oder durch andere ehrenamtliche Tätigkeiten. Wichtig ist: Mit der Prüfung ist der Prozess nicht zu Ende – vielmehr beginnt er dann erst richtig.
Diese mehrmonatige Ausbildung formt jedoch nicht nur die Jugendlichen, sondern sendet auch eine starke Botschaft an die Eltern. Für Familien, die in Österreich leben und möchten, dass die Verbindung ihres Kindes zum Ungarntum nicht nur symbolisch, sondern zu einer aktiven, gelebten Erfahrung wird, kann dieses Programm eine echte Stütze sein. Hier zählt nicht nur Wissen – sondern auch, dass man seinen Platz findet, sich mit den eigenen Wurzeln verbindet und mit Stolz sagen kann: Ich gehöre hierher.
Fotos, Titelbild: Ungarischer Jugend- und Kulturverein in Innsbruck
Text: Róbert Orsós
Übersetzung: Pathy

















