Abweichend von der langjährigen Tradition organisierte der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein (BUKV) am 3. April seinen Ostereierworkshop zum ersten Mal in Oberwart. Unter der Leitung der Biologie- und Kunstlehrerin Anikó Vida waren die Ostervorbereitungen für alle Altersgruppen ein Erlebnis.
Die Volkstanzgruppe Virgonc des BUKV organisierte seit Jahren den Workshop in erster Linie für Kinder und SchülerInnen mit dem Ziel, die hiesigen Traditionen an die nächste Generation weiterzugeben. Bei den Burgenlandungarn ist es nämlich üblich, Eier zu „schreiben”. In Siget in der Wart gibt es immer noch Frauen, die sich in der Fastenzeit gerne treffen und dies gemeinsam tun. Das Besondere an diesem Osterbauch ist, dass innerhalb der Familien eigene Motive von Generation zu Generation weitergegeben werden. Die traditionellen Muster sind meist von der Natur inspiriert, so sind zum Beispiel Blumen und Tannenzweige sehr beliebt





Es gibt unzählige Traditionen rund um das Osterei, nicht nur in den von Ungarn bewohnten Gebieten. Zu Beginn der Veranstaltung stellte Anikó Vida den TeilnehmerInnen die verschiedenen Motive und die Traditionen der verschiedenen Regionen vor. Die Landwirtschaft prägte das Leben unserer Vorfahren so sehr, dass ihre verschiedenen Werkzeuge, wie zum Beispiel der Rechen, in den traditionellen Mustern zu finden sind, aber auch der Lebensbaum, das Kreuz oder der Kürbiskern tauchen auf, wobei dieses Motiv eng mit der Region der Wart verbunden ist. Unter den traditionellen Mustern findet man oft die Tulpe, die ein weibliches Symbol ist, und das Herz, das den Mann symbolisiert.
Beim Ostereierworkshop konnte sich jeder nach Belieben ein Muster aussuchen und nach ersten Versuchen auf Papier wurden die Motive mit Hilfe verschiedener Acrylstifte auf die roten Eier übertragen. Nach den ersten unsicheren Versuchen kam die Kreativität der TeilnehmerInnen richtig in Schwung, und aus den traditionellen Mustern entstanden neue Farben und Motive auf den roten Eiern.
Am 11. April startet die Pannonische Kulinarikreihe des Burgenländisch-Ungarischen Kulturvereins mit einer Frühlingswildkräuterwanderung und wird am 16. Mai mit der Zubereitung traditioneller ungarischer Gerichte fortgesetzt: Hortobagyer Palatschinken und Somlauer Nockerl. Anmeldung: office@bukv.at
Fotos, Text: BUKV






















