Ende Juli findet ein Volksmusikcamp mit der Volksmusikgruppe „Boglya“ in Kőszeg statt, im August ein Kreativcamp in Siget in der Wart. In den Camps des Burgenländisch-Ungarischen Kulturvereins (BUKV) verläuft der Sommer ereignisreich. Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche ihre Sommerferien sinnvoll und erholsam verbringen.
Das Boglya Volksmusikensemble und der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein (BUKV) organisierten vom 7. bis 12. Juli in Güns, Ungarn ein Volksmusikcamp. 32 Anfänger und Fortgeschrittene vertieften dort ihre Kenntnisse der ungarischen Volksmusik. Die Zusammensetzung der TeilnehmerInnen war sehr interessant, da von Anfänger bis Fortgeschrittene viele verschiedene Altersgruppen und damit auch unterschiedliche Leistungsniveaus vertreten waren. Der Teil der MusikerInnen kam aus dem Komitat Vas, aber es waren auch MusikerInnen aus dem Burgenland dabei. Somit war das Teilnehmerfeld grenzüberschreitend. Zu den MusikerInnen aus dem Burgenland gesellten sich auch SchülerInnen der Volksmusikabteilung der Béla-Bartók-Musikschule in Steinamanger, Ungarn sowie solche, die sich erst noch mit den Instrumenten vertraut machen. Im Camp erklangen neben Geige, Bratsche und Kontrabass auch Zither, Laute und Cimbalom, und natürlich durfte auch der Gesang nicht fehlen. In der Sommerhitze griffen die TeilnehmerInnen zu ihren Instrumenten und musizierten sechs Tage lang von morgens bis abends, um ihr Repertoire zu erweitern.
Ziel des Camps war es, dass die jungen MusikerInnen die Volksmusik der verschiedenen ungarisch-sprachigen Regionen so authentisch wie möglich erlernen und dass die TeilnehmerInnen die „Schönheiten und Schwierigkeiten“ der Traditionsvermittlung kennenlernen und erleben. Lívia Pusztainé Sebők brachte den Zither-SpielerInnen Lieder aus Szatmár bei und den SängerInnen Lieder aus Kalotaszeg bzw. Szatmár. An der Vermittlung des musikalischen Inhaltes beteiligte sich auch ehemalige Boglya-Schülerinnen und Absolventinnen der Musikakademie aktiv. Mihaela Veres vermittelte gesanglich Lieder aus Moldau und Virág Pirbus Melodien aus Bogyiszló und Magyarszovát auf der Geige. Hauptverantwortlich für den Streichinstrumentenunterricht waren János Földesi, Bence Horváth und János Földesi jr. Die jungen MusikerInnen des Camps lernten auch außerhalb der Unterrichtsstunden viel voneinander. Die Fortgeschrittenen boten ihre Hilfe an, spielten gemeinsam mit den AnfängerInnen und übten mit ihnen. Dies ist ein nützlicher pädagogischer Ansatz, da sie sich altersmäßig viel näherstehen. „Diese Herangehensweise ist es, die den Unterricht in ungarischer Volksmusik voranbringen und die ungarische Volksmusik auf einem traditionsgetreuen Niveau erhalten kann. Die Schaffung einer solchen Campatmosphäre, in der sich jeder traut, Fragen zu stellen, und jeder gerne hilft, erfordert viele Jahre bewusster Arbeit”, – sagte János Földesi, der Hauptorganisator des Camps.

Die AnfängerInnen lernten Melodien aus Somogy. Bei den Fortgeschrittenen lag der Schwerpunkt auf Volksmusik aus Feketelak. Basierend auf der Sammlung von Zoltán Kallós war es das Ziel, sich ein umfangreiches Repertoire anzueignen. Zusammen mit dem Volksmusikensemble Szélforgók des BUKV wurde Musik aus Bogyiszló und der Region Küküllő aufgefrischt. Auch in diesem Jahr war das abendliche gemeinsame freie Musizieren ein großer Erfolg. Gelungen war auch der Wettbewerb, bei dem in Teams neben lustigen Spielen auch musikalische Bearbeitungen und Interpretationen auf Grundlage von Popmusik erstellen mussten. Jeder hatte die Möglichkeit, Aufnahmen zu teilen, um sie auch zu Hause anzuhören und zu lernen. Den Abschluss bildete traditionsgemäß ein Konzert, bei dem die TeilnehmerInnen stolz das Gelernte präsentierten.
Der Volksmusikunterricht des Burgenländisch-Ungarischen Kulturvereins wird im Herbst fortgesetzt. Die Proben beginnen am 11. September im Haus der Volksgruppen in Oberwart. Wir heißen alle interessierten Kinder und Erwachsenen, Anfänger, Wiedereinsteiger und Fortgeschrittene herzlich willkommen! Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte per E-Mail an office@bukv.at.
Das Kreativcamp im Rahmen des traditionellen „Erlebnissommers“ des Burgenländisch-Ungarischen Kulturvereins (BUKV) in Siget in der Wart stieß auch dieses Jahr auf großes Interesse. Vom 3. bis 7. August bot der Evangelische Gemeindesaal in Siget in der Wart den Rahmen für die vormittäglichen künstlerischen Einheiten, die von der Zeichenlehrerin Anikó Vida geleitet wurden. An dem fünftägigen Workshop nahmen zwölf Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren teil. Im Mittelpunkt des Programms stand auch heuer das spielerische und kreative Kennenlernen verschiedener künstlerischer Techniken. Die Kinder arbeiteten mit Aquarell- und Acrylfarben, probierten sowohl angeleitetes als auch freies Zeichnen aus und lernten, wie sich zweidimensionale Darstellungen in räumliche Formen weiterentwickeln lassen.
Eine besondere Rolle spielten dabei rhythmische Muster und Mandalas. Eine der Aufgaben bestand darin, eine Schildkröte zu gestalten. Dabei konnten die Kinder erfahren, wie harmonisch Farben und Formen miteinander verbunden werden können. Ein wichtiger Bestandteil des Programms war auch der Übergang von der flächigen Darstellung zur Gestaltung räumlicher Formen. Anhand von Motiven aus der Natur – Hügel, Baumstämme, Sträucher und Blume – übten die Kinder, wie sich Formen, die sie im Alltag sehen, mit Linien, Größenverhältnissen und Schattierungen auf einer ebenen Fläche möglichst anschaulich darstellen lassen.

Beim Aquarell kolorierten die Kinder zunächst mit Aquarellstiften und verwandelten ihre Zeichnungen anschließend mit einem feuchten Pinsel durch das Vermischen der Farben in richtige Gemälde. Dabei konnten sie auch die Eigenschaften verschiedener Papiersorten kennenlernen und sich mit den Grundlagen einfacher Landschaftsbilder vertraut machen. Das Arbeiten mit Acrylfarben eröffnete weitere Möglichkeiten: Die schnell trocknenden Farben luden dazu ein, mutiger mit Farbschichten, Farbtönen und unterschiedlichen Oberflächenwirkungen zu experimentieren.
Das angeleitete und freie Zeichnen führte die TeilnehmerInnen vom Nachahmen vorgegebener Motive bis hin zur selbstständigen Umsetzung eigener Vorstellungen. Nicht Perfektion stand dabei im Mittelpunkt, sondern die Freude am eigenen Gestalten, das Experimentieren und der Mut, eigene Ideen sichtbar zu machen.
„Es geht nicht um Perfektion, sondern um Selbstvertrauen, mutigen Ausdruck und die Fähigkeit, aufeinander zu achten. Wenn ein Kind über das eigene Werk staunt, beginnt dort die eigentliche Entwicklung.”
– erklärte Anikó Vida.
Die künstlerischen Einheiten beschränkten sich dabei natürlich nicht nur auf das Zeichnen und Malen. Beim kreativen Arbeiten konnten die Kinder ihre Feinmotorik und Geschicklichkeit weiterentwickeln und zugleich Aufmerksamkeit und Geduld trainieren. Die kreativen Aufgaben boten ihnen außerdem die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, mit Farben und Formen zu experimentieren und individuelle Lösungen zu finden.
Zum Abschluss des Workshops wurde vor Ort eine Ausstellung mit den Werken der Kinder gestaltet. Die farbenfrohen Arbeiten zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich die TeilnehmerInnen an dieselben Aufgaben herangingen und wie viel Raum neben dem gemeinsamen Arbeiten auch für die Umsetzung eigener Ideen blieb.

Wie erfolgreich das Camp war, brachte vielleicht eine der einfachsten Fragen der Kinder am besten auf den Punkt: „Gibt es das nächstes Jahr wieder?“
Die Frage beantwortet sich wohl am besten durch die Erlebnisse dieser Woche. Das Kreativcamp in Siget in der Wart bot den Kindern auch heuer fünf abwechslungsreiche und erlebnisreiche Tage. Die Freude am gemeinsamen Gestalten, das Entdecken neuer Techniken und die gemeinsam verbrachte Zeit machten das Camp zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis.
Fotos, Text: BUKV







